Beim ATP Masters 1000 in Montréal treffen in der zweiten Runde (Letzten 64) mit dem spanischen Routinier Jaume Munar und dem belgischen Aufsteiger Alexander Blockx zwei Spieler aufeinander, die dieselbe Weltranglistenregion, aber völlig unterschiedliche Profile und Formkurven mitbringen. Gespielt wird auf dem Hartplatz im Freien im IGA Stadium; angesetzt ist die Partie für heute, den 4. August, gegen 20:30 Uhr MESZ (die genaue Court-Zeit hängt vom Tagesplan ab). Auf dem Papier ist es ein Duell auf Augenhöhe – der Blick auf Belag, Bedingungen und Matchpraxis verschiebt die Gewichte aber deutlicher, als es die Ranglistenplätze vermuten lassen. Wir liefern eine tiefe Analyse mit Ausgangslage, Form, H2H, Matchup, Quoten und dem Wett-Tipp.
Ausgangssituation: Match-scharfer Allrounder gegen Sandplatz-Formstarken im Belagwechsel
Jaume Munar (Karrierehoch Nummer 33, aktuell rund 43) ist deutlich mehr als der „klassische spanische Sandplatzspieler”, als der er oft abgestempelt wird. Der 29-Jährige erreichte 2025 das Achtelfinale der US Open, schlug in Miami 2025 Daniil Medvedev und führte Spanien bis ins Davis-Cup-Finale – seine besten Ergebnisse gelangen ihm zuletzt gerade auf Hartplatz und schnellen Belägen. Entscheidend für dieses Match: Munar ist voll im Rhythmus. Er überstand in Montréal bereits die erste Runde, hat also eine Partie unter den konkreten Bedingungen in den Beinen, und bringt mit seinem herausragenden Return- und Defensivspiel genau die Waffen mit, die einem reinen Aufschlagspieler das Leben schwer machen.
Alexander Blockx ist das Kontrastprogramm: 21 Jahre jung, 1,93 m groß, mit einem der wuchtigsten Aufschläge seiner Altersklasse (im Schnitt 6,52 Asse pro Match – besser als 86 Prozent der Tour). Der Belgier ist an Position 32 gesetzt und hatte in Runde eins ein Freilos. Das Problem: Seine starke Form der letzten Wochen ist fast ausschließlich auf Sand entstanden. Blockx erreichte in Estoril sein erstes ATP-Finale, kam in Madrid bis ins Halbfinale und in Monte-Carlo sowie Rom jeweils in die dritte Runde – allesamt Sandplatz. In Montréal bestreitet er sein erstes Hartplatzmatch seit Wochen, und das ohne Erstrunden-Match zum Eingewöhnen. Der Belagwechsel vom langsamen Sand auf den schnellen, aber griffigen Hartplatz ist die große Unbekannte.
Aktuelle Form: Jaume Munar
Munar reist mit einer soliden, breit aufgestellten Formkurve an – stark auf Rasen, gut auf Hartplatz, mit einem Ausrutscher auf Sand:
| Datum | Turnier | Runde | Gegner | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 03.08.2026 | Montréal (ATP 1000), Hartplatz | 1. Runde | R. Hijikata | 7:6(3) 6:3 (S) |
| 13.07.2026 | Gstaad (ATP 250), Sand | 1. Runde | D. Stricker | 0:2 (N) |
| ~05.07.2026 | Wimbledon, Rasen | 3. Runde | J. Lehečka | Niederlage |
| 04.07.2026 | Wimbledon, Rasen | 2. Runde | J. Fearnley | 6:4 6:7 6:4 (S) |
| ~01.07.2026 | Wimbledon, Rasen | 1. Runde | F. Cerúndolo | 6:1 6:4 6:3 (S) |
Bemerkenswert ist Munars Auftritt auf den schnellen Belägen: In Wimbledon warf er Francisco Cerúndolo klar aus dem Turnier und rang Jacob Fearnley (mit 15 eigenen Assen und nur 16 unerzwungenen Fehlern) über drei Sätze nieder, ehe erst der Weltklassemann Lehečka in Runde drei Endstation war. Der Erstrundensieg in Montréal gegen Hijikata (7:6, 6:3) bestätigt, dass er auch auf Hartplatz sofort im Turnier angekommen ist. Der einzige Wermutstropfen bleibt das Erstrunden-Aus in Gstaad – bezeichnenderweise auf Sand, der Belag, der ihm zuletzt am wenigsten lag.
Aktuelle Form: Alexander Blockx
Blockx ist in blendender Form – allerdings ausschließlich auf Sand, und mit Matchpraxis, die auf dem falschen Belag gesammelt wurde:
| Datum | Turnier | Runde | Gegner | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 27.07.2026 | Estoril (ATP 250), Sand | Finale | L. Van Assche | 4:6 6:4 5:7 (N) |
| 25.07.2026 | Estoril (ATP 250), Sand | Halbfinale | L. Darderi | 5:7 7:6(1) 7:6(5) (S) |
| ~24.07.2026 | Estoril (ATP 250), Sand | Viertelfinale | R. A. Burruchaga | 6:4 5:7 6:4 (S) |
| ~23.07.2026 | Estoril (ATP 250), Sand | Achtelfinale | K. Jacquet | 3:6 6:4 7:6(4) (S) |
| Mai 2026 | Madrid (ATP 1000), Sand | Halbfinale | (Sand-Lauf) | Saison-Highlight |
In Estoril erreichte Blockx als jüngster Finalist des Turniers seit Jahren sein erstes ATP-Endspiel und bewies dabei enorme Nervenstärke – im Halbfinale gegen Darderi wehrte er mehrere Matchbälle ab und drehte die Partie im Champions-Tiebreak. Das unterstreicht seine mentale Reife. Zugleich zeigen die Ergebnisse zwei Dinge: Erstens musste Blockx fast jedes Match über die volle Distanz gehen (viel Substanz gelassen), zweitens fand die gesamte jüngste Matchpraxis auf langsamem Sand statt. Auf schnellem Hartplatz, mit anderer Absprunghöhe und weniger Zeit, ist er in den vergangenen Wochen kein einziges Mal gefordert worden.
Direkter Vergleich (H2H)
Munar und Blockx trafen auf der Tour noch nie aufeinander – es ist das erste Duell (0:0). Ein Blick auf die Erfahrungswerte hilft dennoch: Munar hat auf höchster Ebene deutlich mehr Kilometer in den Beinen (US-Open-Achtelfinale, Top-10-Siege, Davis-Cup-Finale) und weiß, wie man auf Hartplatz gegen druckvolle Gegner besteht. Blockx ist zwar gegen Top-50-Gegner ausgeglichen (7:7), sammelte diese Erfolge aber überwiegend auf Sand. Auf dem Papier ein Toss-up – im Kontext dieses Belags und dieser Formkurven verschiebt sich das Bild leicht zugunsten des Spaniers.
Bedingungen und Matchup: Aufschlag gegen Return – auf dem falschen Belag für den Server
Der entscheidende taktische Faktor ist das Duell von Blockx’ Aufschlag gegen Munars Return. Blockx lebt davon, mit dem Service billige Punkte zu holen und Ballwechsel früh zu beenden – in Estoril gewann er 74 Prozent seiner ersten Aufschläge. Munar wiederum gehört zu den zähesten Returnspielern und Defensivkünstlern der Tour: Er bringt viele Bälle zurück, verlängert die Ballwechsel und zwingt den Gegner zu Extra-Schlägen. Genau in solchen langen Rallys hat Blockx zuletzt seine Substanz gelassen.
Dazu kommen die äußeren Bedingungen: Montréal spielt sich als mittelschneller Outdoor-Hartplatz; nach den Regenfällen dieser Turnierwoche und in der feucht-warmen Augustluft nimmt der Ball tendenziell etwas an Tempo heraus. Das spielt dem Rückschläger Munar in die Karten, weil sein Aufschlagvorteil dadurch relativiert wird und mehr Bälle ins Spiel kommen. Für Blockx bedeutet das: Fängt er seinen ersten Aufschlag hoch an und hält die Punkte kurz, kann er das Match dominieren. Gerät er in lange Ballwechsel und muss er nach der Sand-Wochen-Belastung ohne Hartplatz-Rhythmus improvisieren, ist Munar der unangenehmere Spieler.
Quoten zum Spiel
Der Markt sieht ein weitgehend ausgeglichenes Duell mit minimalen Vorteilen für den gesetzten Blockx. Aus unserer Sicht ist die Partie näher an einem Coin-Flip, mit leichtem Value auf Munar. Die folgenden Werte sind an der Markteinschätzung orientierte Schätzwerte und vor Veröffentlichung durch die realen Buchmacherquoten zu ersetzen.
| Markt | Quote (ca.) |
|---|---|
| Sieg Jaume Munar | 1,83 |
| Sieg Alexander Blockx | 1,97 |
| Über 22,5 Spiele | 1,85 |
| Beide Spieler gewinnen einen Satz | 1,90 |
| Blockx gewinnt Satz 1 | 2,05 |
Quoten-Stand: 4. August 2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.
Übertragung: Wo läuft Munar – Blockx?
Das Masters 1000 in Montréal läuft in Deutschland über Sky (Sky Sport Tennis, kostenpflichtig) sowie im Stream über Sky Go, WOW und Tennis TV. Ein Free-TV-Angebot gibt es nicht. Ob dieses Zweitrunden-Match linear gezeigt oder nur über die Court-Streams verfügbar ist, hängt von der täglichen Programmwahl ab.
Unser Wett-Tipp zu Jaume Munar – Alexander Blockx
Haupttipp: Sieg Jaume Munar – beste Quote 1,83. Drei Faktoren geben in einem engen Match den Ausschlag für den Spanier: seine Matchpraxis auf diesem Belag (Erstrundensieg in Montréal, starke Rasen-Wochen), sein Return- und Defensivspiel als ideales Gegenmittel gegen einen reinen Aufschlagspieler, und Blockx’ fehlender Hartplatz-Rhythmus nach einer reinen Sandplatz-Phase mit vielen kräftezehrenden Dreisatzmatches. Wir taxieren Munar bei rund 54 Prozent – zu einer Quote um 1,83 ist das aus unserer Sicht der Value.
Sichere Alternative: Über 22,5 Spiele – Quote ca. 1,85. Beide Spieler halten ihren Aufschlag ordentlich (Blockx über die pure Wucht, Munar ist schwer zu breaken), und ein enges, langes Match ist das wahrscheinlichste Szenario. Der Über-Tipp ist nicht auf einen Sieger angewiesen.
Für Mutige: Blockx gewinnt Satz 1 – Quote ca. 2,05. Solange der Belagwechsel noch nicht zum Faktor wird, kann Blockx über seinen Aufschlag früh dominieren. Wer auf einen konzentrierten Blockx-Start setzt, findet hier Value – bevor Munar über die Distanz das Ruder herumreißt.
Prognose: Wir sehen ein nahezu ausgeglichenes Duell mit einem leichten Vorteil für Munar (rund 54 zu 46 Prozent) – begründet durch Belag, Matchpraxis und das Return-gegen-Aufschlag-Matchup. Als plausibelster Verlauf erscheint ein enges Match über drei Sätze mit mindestens einem Tiebreak, in dem sich am Ende die Erfahrung und Konstanz des Spaniers durchsetzt.
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